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Varroamilbe – ein Risiko für die Imkerei

Die Varroamilbe lebt als Parasit an der Honigbiene. Sie lebt ausschließlich parasitisch und kommt nicht frei lebend, sondern ausschließlich im Inneren von Bienenstöcken und auf Bienen vor. Die Milben entwickeln sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Nach dem Schlupf verlassen nur die weiblichen Milben die Brutzelle, die männlichen Milben sterben in der Brutzelle. Für gewöhnlich sitzen sie auf dem Hinterleib erwachsener Bienen wo sie sich von deren Körpersäften ernähren. Die Übertragung der Milben auf andere Bienenvölker ist nur über direkten Körperkontakt bspw. bei der Räuberei zwischen den Völkern möglich.

Vermehrung

Für die Vermehrung ist die Varroa an die Brutwaben des Bienenstocks gebunden. Die weibliche Milbe dringt kurz vor dem Verdeckeln der Brutwabe in diese ein und wandert zwischen Wabenwand und Bienenlarve bis zum Boden der Wabe. Dort ernährt sie sich anfangs von den restlichen Futtervorräten, bevor sie beginnt, an der Bienenlarve zu saugen. Etwa zwei Tage nach dem Verdeckeln der Brutwabe legt die Milbe ein unbefruchtetes Ei, aus dem sich eine männliche Milbe entwickelt. Die folgenden Eier werden von der männlichen Milbe befruchtet und entwickeln sich zu Weibchen. Eine Muttermilbe legt in der Brut von Arbeiterinnen fünf Eier und in der Brut von Drohnen sechs Eier ab. Wie ihr diesem Beitrag entnehmen könnt dauert die Brutzeit der Drohnen etwas länger als die der Arbeiterinnen, wodurch die Muttermilbe ein Ei mehr ablegen kann.

Verbreitung der Varroamilbe

Die Varroamilbe stammt ursprünglich aus Ostasien. Dort hat sie die östliche Honigbiene als Wirt genutzt. Diese ursprüngliche Varroamilbe hat sich ausschließlich in der Drohnenbrut des Volkes vermehrt. Die Auswirkungen des Befalls waren daher nicht so verheerend wie heute. Die Milbe hat sich durch den Handel mit Bienen und das Wandern der Imker über die ganze Welt verteilt. Allein in Australien und der Antarktis findet man keine Varroamilben.
Warum ist die Varroamilbe für den Erhalt eines Bienenvolks gefährlich?
Die Milbe schwächt ein Bienenvolk auf mehreren Wegen. Durch das Aussaugen der Bienenlarven während der Brutzeit schlüpfen die Bienen geschwächt und haben eine kürzere Lebenserwartung. Zusätzlich überträgt die Varroamilbe, ähnlich wie Zecken, Viren. Die Viren brechen bei den geschwächten Bienen eher aus als bei gesunden Bienen. Die Varroamilbe trägt dadurch dazu bei, die Größe des Bienenvolks zu reduzieren. Geschwächte Völker überstehen dann meist nicht den Winter.

Quellen

  • https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf
  • https://beenature-project.com/
  • http://www.vbio.ruhr-uni-bochum.de/downloads/beinert.pdf
  • https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12944433/Hauptursache-fuer-das-grosse-Bienensterben-gefunden.html
  • https://www.apidologie.org/articles/apido/pdf/1992/02/Apidologie_0044-8435_1992_23_2_ART0010.pdf
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Ableger bilden und Bienenvölker vermehren

Die Vermehrung der Völker ist eine der zentralen Aufgaben der Imker. Durch Ableger können Verluste kompensiert und das Schwärmen der Völker verhindert werden. Davon abgesehen, bietet die Bildung von Ablegern die Möglichkeit effektiv gegen die Varroa vorzugehen. Auf Grund der gegebenen Relevanz des Themas, haben sich viele schlaue Köpfe mit der Bildung von Ablegern beschäftigt und verschiedene Methoden dafür entwickelt. Alle Methoden zielen darauf ab, die Brut und Bienenmasse der Bestandsvölker umzuverteilen.

Das Risiko bei der Vermehrung besteht darin, den Honigertrag des Bestandvolkes zu reduzieren oder den Ableger zu verlieren. Logisch, entnimmt man zu viel Brut und Bienen wird die Entwicklung des Bestandvolkes gedämpft, entnimmt man zu wenig, schafft es der Ableger vielleicht nicht. Bei ausreichend Futter stellt der zweite Punkt allerdings das kleinere Risiko dar. Meiner Meinung nach empfehlen sich daher Verfahren, die kleine aber dafür wiederholte Eingriffe in die Wirtschaftsvölker vorsehen. Im folgenden Text werden die zwei gängigen Verfahren der Ablegerbildung beschrieben und näher betrachtet.

Grundlegend sollte man den Zeitpunkt der Ablegerbildung den eigenen Zielen unterordnen. Möchte man die Frühtracht mitnehmen, macht es Sinn nach dem ersten Abschleudern zwischen Mitte Mai und Mitte Juni die Ableger zu bilden. Zielt man eher auf die Spättracht ab, kann man zwischen Mitte April und Anfang Mai mit der Ablegerbildung starten.

Sammelbrutableger

Für einen Sammelbrutableger sollte man mindestens 4 Völker haben, aus denen man die Rahmen für den Ableger entnehmen kann. Die Methode des Sammelbrutablegers wird vor allem für die Königinnenzucht genutzt. Möchte man sich nicht mit der Königinenzucht beschäftigen, empfiehlt sich eher ein einfacher Ableger. Das Argument mit Sammelbrutablegern stärkere Völker als mit einfachen Ablegern zu schaffen scheint seit der Untersuchung von Dr. Pia Aumeier obsolet.
Brutableger werden gebildet, indem Bestandsvölkern Brutwaben mit ansitzenden Bienen, Stiften und verdeckelter Brut entnommen und zusammen mit zwei Futterwaben und einer „Wasserwabe“ in eine neue Zarge gesetzt werden. In den nächsten drei Wochen schlüpft die, zum Zeitpunkt der Ablegerbildung verdeckelte Brut und das Volk zieht sich aus den frischen Stiften eine neue Königin. Für die Königinnenzucht folgen dann noch ein paar weitere Schritte. Aber eins nach dem anderen!

Tag X

Aus Vier Wirtschaftsvölkern werden jeweils 1-2 Brutwaben mit ansitzenden Bienen entnommen. Die Brutwaben sollten zum Großteil aus verdeckelter Brut bestehen. Frische Stifte müssen unbedingt vorhanden sein und die Königin muss im Wirtschaftsvolk verbleiben! Zusammen mit 2 Futterwaben links und rechts und einer „Wasserwabe“ entsteht der Sammelbrutableger. Was meine ich mit „Wasserwabe“? Der Ableger hat kaum Flugbienen, verstellt man den Ableger nicht aus dem vorherigen Flugradius, hat der Ableger für einen kurzen Zeitraum keine Flugbienen die Flüssigkeit und neues Futter heranschaffen. Um dem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, kann man eine ausgebaute Wabe in Wasser tauchen und dann ins Volk hängen.
Sollte kein Interesse an der Königinnenzucht bestehen ist man an der Stelle am Ende. Die Brut schlüpft nach und nach und das Volk zieht eine neue Königin heran. In den kommenden zwei bis drei Wochen sollte die Futtersituation überwacht werden. Hat man das Volk nicht verstellt macht es Sinn eine Futterzarge aufzusetzen. Nach 3 Wochen sollte die Königin in Eiablage sein.
Möchte man Königinnenzucht betreiben, sollte man sich an einen genauen Zeitplan halten.

Tag X+9

Neun Tage nachdem der Ableger zusammengestellt wurde, müssen alle Nachschaffungszellen aus den Waben gebrochen werden. Um Platz für den belarvten Zuchtrahmen zu schaffen entnehmen wir eine möglichst leere Brutewabe und setzen den Zuchtrahmen mittig ein. Die Bienen nehmen diesen an und versorgen die Zellen fortan, sodass neue Königinnen heranwachsen können.

Tag X+19

19 Tage nachdem der Ableger gebildet wurde, werden die einzelnen Königinnenzellen auf dem Brutrahmen verschult. Das bedeutet man schützt diese Zellen indem man sie in einen Käfig platziert. Die Königinnen werden so davon abgehalten sich gegenseitig zu töten.

Tag X+21

21 Tage nach der Ablegerbildung wird der Ableger in Begattungsvölker aufgeteilt. Die Begattungsvölker bekommen jeweils eine Brutwabe mit ansitzenden Bienen aus dem Ableger, eine Futterwabe und einen Rahmen mit Mittelwand. Bei dieser Umverteilung kann man gleichzeitig eine Milchsäurebehandlung durchführen. Die Völker sollten dann außerhalb des Flugradius aufgestellt werden. Das Flugloch sollte auf eine Bienenbreite eingeengt werden

Einfacher Ableger

Einfache Ableger sollten zwischen Mitte Ende April gebildet werden, später ist natürlich auch möglich. Je später es wird desto schwächer ist das Volk dann allerdings im Winter
Die Bildung eines einfachen Ablegers ähnelt dem letzten Schritt den man bei einem Sammelbrutableger mit anschließender Königinnenzucht durchführt. Man entnimmt einem Volk eine Brutwabe mit verdeckelter und frischer Brut und eine Futterwabe, jeweils mit ansitzenden Bienen. Dazwischen hängt man eine Mittelwand. Das Volk sollte an einem anderen Standort, außerhalb des Flugradius, aufgestellt und das Flugloch auf eine Bienenbreite verengt werden. Hat man keinen zweiten Standort reicht es auch aus etwas mehr Bienen in den Ableger zu kehren und Zuckerlösung anzubieten, damit der anfängliche Mangel an Flugbienen kompensiert werden kann.
Das Volk zieht sich innerhalb der nächsten 21 Tage eine eigene Königin nach. In der Zwischenzeit kann man weiter Futter anbieten. 14 Tage nach der Bildung des Ablegers kann die Milchsäurebehandlung durchgeführt werden. Sonst ist nichts zu tun. Nach Tag 21 sollte kontrolliert werden ob sich die Königin im Volk in Eiablage befindet.

Quellen

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Kontrolle der Völker – Frühjahrsdurchsicht

Die Frühjahrsdurchsicht ist der erste große Eingriff in die Völker im neuen Jahr, mit der wir den Grundstein für starke Trachtvölker legen wollen. Schwache Völker werden unterstützt um sie nicht zu verlieren und im Spätsommer vielleicht doch noch Honig ernten zu können. Die Frühjahrsdurchsicht ist für die Imker auch eine Gelegenheit die Hygiene im Volk herzustellen und Seuchenprävention zu betreiben.

Kollabierte Völker

Manche Völker bedürfen keiner Durchsicht mehr. Der Zusammenbruch eines Volkes kann vielschichtige Ursachen haben, die genau analysiert werden sollten um die Ursachen dafür zukünftig vermeiden zu können. Dazu jedoch an anderer Stelle mehr. Wichtig ist, dass das Flugloch des kollabierten Volks sofort zu verschließen ist, um eine mögliche Verbreitung von Krankheiten durch Räuberei zu vermeiden.

Voraussetzungen für die Frühjahrsdurchsicht

Der März neigt sich dem Ende, die Temperaturen steigen und unsere Biene fliegen die Frühblüher an. Nach mehreren warmen Tagen hintereinander beginnt die Königin mit der Eiablage und leitet den Brutzyklus für den Generationenwechsel ein. Gleichzeitig schwärmen Bienen auf der Suche nach Pollen aus, um die Eiweißreserven für den ersten Brutzyklus zu füllen. In diesen ersten Wochen sollte man von der Durchsicht absehen, um die frische Brut keinem Risiko durch Unterkühlung auszusetzen. Außerdem besteht das Risiko, dass die Bienen ihre Reinigungsflüge noch nicht abgeschlossen haben und durch den Stress der Durchsicht auf die Waben koten.
Öffnest du das Volk dennoch und die Brut erleidet eine Unterkühlung, stehen die Chancen gut das gesamte Volk zu verlieren, weil den geschwächten Winterbienen die Kraft ausgeht um ein neues Brutnest zu versorgen. Wir warten also bis es mindestens 15°C besser aber 20°C warm ist, wir schon zwei bis drei Wochen Polleneintrag beobachten konnten und die Sonne lacht. Erst dann führen wir die Frühjahrsdurchsicht durch. In der Regel also Mitte / Ende März.

Vorbereitungen

Völker die auf zwei Zargen überwintert haben, sollten sich jetzt auf den Waben der oberen Zarge befinden, sodass die untere Zarge entfernt werden kann. Wer alleine arbeitet kann sich einen zusätzlichen Boden neben das jeweilige Volk stellen und diese Zarge einfach umsetzen. Bienen die sich noch in der unteren Zarge befinden werden einfach in Zarge auf dem neuen Boden gekehrt. Um die Risiko zu mindern Krankheiten von einem Volk ins andere zu tragen macht es auch Sinn den Meißel abzuflammen oder gründlich abzuwaschen. Also solltest du einen Eimer voll Wasser und bspw. eine Lötlampe griffbereit halten. Einen Wabenbock oder ähnliches am Platz zu haben macht auch Sinn um die Waben sauber abstellen zu können und Bodenkontakt zu vermeiden.

Was gilt es zu kontrollieren?

Ziel der Frühjahrsdurchsicht ist es unterschiedliche Punkte zu untersuchen und Anhand der Untersuchungsergebnisse verschiedene Maßnahmen einzuleiten. Bei der Untersuchung gilt es jede Wabe mit Sorgfalt zu ziehen und zu beurteilen. Bevor du die Beute öffnest kannst du erst einmal den äußeren Zustand der Beute kontrollieren. Dabei achte ich auf:

  • Zustand des Holzen
  • Allgemeiner Gammel – Schimmel?
  • Mäusekot auf dem Boden
  • Steht die Zarge noch in Waage

Solltest du es für notwendig erachten die Waben in eine neue Zarge umzusetzen ist die Frühjahrsdurchsicht eine gute Gelegenheit dafür. Du ziehst ja so oder so jede einzelne Wabe zur Kontrolle. Bei der Kontrolle der einzelnen Waben achte ich auf folgende Punkte.

  • Futter- oder Brutwaben:
    • Schimmel, Wachsmottengespinste – egal ob die Wabe voll oder leer ist. Die Wabe wird aussortiert, separat eingeschmolzen und nur noch für Kerzen benutzt
  • Futterwaben
    • leer – Wabe kann entfernt oder mit einer älteren Brutwabe auf der sich noch keine Brut befindet getauscht werden
    • gut gefüllt – Wabe verbleibt im Volk um Nahrungsnot während des Brutzykluses zu vermeiden
  • Brutwaben
    • Allgemeiner Gesundheitszustand der Wabe (Faulbrut, Kalkbrut, Tote Brut in den Waben – entsprechend der Behandlungsvorgaben weiter verfahren )
    • frische Brut und weiterer Brutstadien vorhanden – Gutes Zeichen aber wie sieht es im Vergleich zu anderen Völkern aus? Ist absehbar, dass dieses Volk ein Schwächling ist?
    • Futterreserven auf den Brutwaben vorhanden, auch Pollen?
    • Drohnenbrütig – erkennbar an einer ‘‘buckligen‘‘ Oberflächenstruktur
    • Bienenmasse – wie viele Bienen sitzen auf den Waben, wie groß ist das Volk im Vergleich zu anderen Völker, benötigt das Volk Hilfe Volk Hilfe

Konntest du ein paar Waben entnehmen würde ich dazu raten den Brutraum zu verengen. Durch diese Maßnahmen müssen die Bienen weniger Volumen heizen und können mehr Energie für die Aufzucht der Brut aufwenden.
Solltest du weder Zargen noch Boden gewechselt haben kannst du deinen Bienen helfen, indem du die toten Bienen vom Beutenboden holst. Auch durch diese Maßnahme ersparst du den verbliebenen Bienen im Volk, Energie für diese Tätigkeit aufbringen zu müssen.

Tätigkeiten abgeleitet von den Kontrollergebnissen?

Drohnenbrütigkeit

Ein Volk kann in die Drohnenbrütigkeit verfallen, wenn der alten Königin die Spermien ausgehen oder die Königin gestorben ist und es dem Volk nicht möglich war eine neue Königin aufzuziehen und begatten zu lassen. Ob das Volk in diesen Zustand verfallen ist oder nicht erkennt man gut an der buckeligen Oberflächenstruktur des Brutnestes. Solche Völker können nicht gerettet werden und sollten mit anderen Völkern vereinigt werden. Dafür macht es Sinn zu unterscheiden, ob sich eine alte bzw. unbefruchtete Königin oder eine Afterweisel (Arbeiterin mit ausgeprägten Geschlechtsteilen) im Volk befindet. Ob eine Königin oder eine Afterweisel im Volk ist, lässt sich gut an der Position der frischen Eier in den Waben beurteilen. Kleben die Eier an den Wänden der Waben und nicht wie gewöhnlich am Boden ist es wahrscheinlich, dass eine oder mehrere Afterweisel Eier legen. Ist eine Königin im Volk muss diese entfernt werden, um mögliche Kämpfe bei der Vereinigung zu verhindern.

Das Auflösen solcher Völker sollte nicht zu lange hinausgezögert werden, weil sich Varromilben in der Drohnenbrut besonders gut vermehren und die Drohnen sich vor dem Kollaps des Volkes in andere Völker einbetteln und so deren Varrobelastung erhöhen.

Schwache Völker

Ist ein Volk besonders schwach, kann es über einem Absperrgitter auf ein starkes Volk gesetzt werden. Die Arbeiterinnen des unteren Volkes versorgen dann die Brut des oberen Volkes mit. Dadurch kann ein größeres Brutnest entstehen und das Volk entwickelt sich besser. Vier Wochen nach dieser Aktion können die Völker wieder getrennt werden. Dabei muss entschieden werden wie gut die Maßnahme dem Schwächling geholfen hat. Wenn das Volk noch etwas mehr Hilfe vertragen kann, sollte das untere starke Volk an einen anderen Ort gestellt werden, damit das schwächere Volk die Flugbienen behält. Hat die Maßnahme gut geholfen kann das vormalig schwache Volk umgesetzt werden. In beiden Fällen hat das Volk das am Standort verbleibt einen Überschuss an Flugbienen. Bei diesem Volk muss verstärkt auf die Schwarmstimmung geachtet werden. Wird das Starke Volk umgestellt, wird es erst im Spätsommer wieder volle stärke erreichen (Ertragsausfall). Das schwache Volk hingegen wird im Sommer höchstwahrscheinlich in Schwarmstimmung verfallen.

Keine Brut im Volk

Fehlt die Brut im Nest muss gehandelt werden. Ob eine Königin im Volk ist oder nicht lässt sich recht einfach durch suchen herausfinden. Ist man sich nicht zu 100% sicher, kann auch ein Brutrahmen aus einem anderen Volk mit frischer Brut eingehangen werden. Finden sich 10 Tage später Nachschaffungszellen am Rahmen hat man Sicherheit. Im Frühling Drohnenbrut in den Völkern zu finden ist eher selten. Findet man dennoch Drohnenbrut kann es Sinn machen die Königin schlüpfen zu lassen und das Volk zu erhalten, anderenfalls würde ich das Volk mit einem anderen vereinigen.

Weitere Arbeiten

Wie bereits angesprochen kann das Brutnest des Volks, im Rahmen des Möglichen eingeengt werden um die Entwicklung dessen zu fördern.

Teil der Seuchenprävention ist es seine Völker mit Hilfe von Futterkranzproben untersuchen zu lassen und sich ein Gesundheitszeugnis ausstellen zu lassen. Die Frühjahrdurchsicht ist die erste gute Gelegenheit Futterkranzproben zu nehmen und sie anschließend einzuschicken.

Zur Frühjahrsdurchsicht sind die Völker zweifelsfrei am leichtesten. Das Anheben des Volks und der Tausch des Bodens ist demnach zur Frühjahrsdurchsicht am leichtesten einfachsten.

Quellen

  • https://de.wikibooks.org/wiki/Einf%C3%BChrung_in_die_Imkerei/_Fr%C3%BChjahrsarbeiten
  • https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_42100.html
  • https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_35502.html
  • https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_52200.html
  • https://www.youtube.com/watch?v=KUELtRuY800
  • http://www.imkerpate.de/drohnenbruetig/
  • https://www.landlive.de/boards/thread/33398/page/1/
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Bienen einwintern

Ziele des Einwinterungsprozesses

Das Einwintern der Völker ist ein Prozess, der nach der letzten Honigernte beginnt und den Grundstein für ein solides Folgejahr legt. In dieser Zeit soll die Varrobelastung der Völker auf ein verträgliches Maß reduziert werden und die Völker sollen genügend Futter einlagern, um bequem über den Winter und den ersten Brutzyklus zu kommen.

Nun wurde von der Uni Hohenheim ein neuer Wirkstoff entdeckt, der über das Futter gegeben werden kann und die Bienen schonender und wirksamer von der Varroa befreien soll als die bereits bekannten Mittel – Lithiumchlorid. Die Behandlung mit Ameisen-, Oxal- und Milchsäure könnten also bald der Vergangenheit angehören. Aktuell wissen wir noch nicht wie es weiter geht, weshalb ich an dieser Stelle auf die Methode eingehen möchte, mit der ich meine Völker bisher gegen die Varroa behandelt habe.

Behandlung mit Ameisensäure

Der Einwinterungsprozess beginnt für mich nach der letzten Honigernte Mitte Juli. Passt das Wetter für die Ameisensäurebehandlung, behandle ich jedes Volk pauschal ohne den Milbenfall vorher zu kontrollieren. Der Liebig Dispenser steht dabei auf einer Zarge mit ausgeschleuderten Honigwaben. Vor der Behandlung achte ich auf ausreichend Futter im Volk, damit die Bienen während der Behandlung nicht hungern müssen. Bis Mitte August hält nun der durch die Behandlung ausgelöste Milbenfall an und die Bienen Wandern langsam in die obere ehemalige Honigzarge. Mit dem erwarteten Abklingen des Milbenfalls sollte sich der Großteil des Brutnests in den oberen zwei Zargen befinden. Das ermöglicht es mir die untere Zarge zu entnehmen und so einfache Wabenhygiene zu betreiben. Abschließend schiebe ich die Windeln ein und kontrolliere drei Tage später den Milbenbefall und behandle gegebenenfalls erneut.

Auffüttern

Mitte / Ende August sollte die Ameisensäurebehandlung abgeschlossen sein. Daran anschließend füttere ich auf,
bis das von mir gewünschte Ergebnis erreicht wurde. Im Netz findet man bzgl. der richtigen Menge viele Meinungen, alle bewegen sich um eine Menge von 20kg – 25kg. Ich selbst sehe das eher als Richtwert an und entscheide für jedes Volk individuell wann ich mit füttern aufhöre. Nicht jedes Volk hat gleich viele Futterreserven auf den Brutwaben und die Bienenmasse ist unterschiedlich. Haben die Völker genug Futtern eingelagert wiege ich die Völker und dokumentiere Gewicht und Größe des Volkes in einer Tabelle. Mitte/Ende September überprüfe ich die Varrobelastung erneut 5 Tage lang. Sollten sich mehr als 5 Milben auf der Windel befinden behandle ich 3 Tage lang mit Ameisensäure und begebe mich anschließend in Winterruhe bis der Weihnachtsmann kurz vor der Tür steht.

Oxalsäurebehandlung

Ab Mitte / Ende Dezember wird es dann nochmal interessant. Bis dahin dokumentiere ich die Wetterverhältnisse an meinem Bienenstand. Drei Wochen nach der ersten Kälteperiode sind die Völker frei von Brut und es ist Zeit darüber nachzudenken die Völker mit Oxalsäure zu behandeln. Ob das notwendig ist oder nicht ist Ansichtssache. Mit der Oxalsäurebehandlung, auch Restentmilbung genannt, versucht man die Milben zu erwischen, die die Ameisensäure überlebt haben. Allerdings ist die Oxalsäurebehandlung ist ein aggressiver Eingriff in die Völker und kann dem Volk bei falscher Durchführung schaden! Daher macht es Sinn die Notwendigkeit des Eingriffs mit Hilfe der Einschübe zu bestimmen und entsprechend zu handeln. Fallen Mitte Dezember mehr als eine Milbe pro Tag auf die Windel sollte behandelt werden.

Wetterbeobachtung

Januar und Februar sind längst keine Garanten für kaltes Wetter mehr. Dieses Jahr (2018) war es im Januar so warm, dass die ersten Schneeglöckchen schon blühten. Solche Warmwetterperioden können für die Bienen gefährlich werden. Fangen die Bienen an zu brüten, benötigen Sie mehr Futter als vorgesehen. Deshalb macht es Sinn die Völker in regelmäßigen Abständen zu wiegen und das Delta zum letzten Messwert und zum Ausgangswert zu ermitteln. Daran erkennt man Perioden vermehrter Nahrungsaufnahme und wann man gegebenenfalls Notfüttern sollte.

Dir fehlen Informationen zum Thema oder du hast Ungereimtheiten gefunden? Dann kontaktiere uns damit wir den Beitrag ergänzen und verbessern können.

Quellen

  • https://www.bienenjournal.de/fachberichte/kopf-hoch/
  • https://www.bienenjournal.de/fileadmin/bj/Fachthemen/2012_08_DEUTSCHES%20BIENEN-JOURNAL_S018_019_optimiert.pdf
  • https://www.bienenjournal.de/fileadmin/bj/Fachthemen/2015_01_Abb_Varroa_Bekaempfung_opitmiert.pdf
  • https://www.bienenjournal.de/aktuelles/meldungen/einfuettern-so-vermeidet-man-typische-fehler/
  • http://www.imkerhof-salzburg.at/portal/images/downloads/lehrreferat/_07_wl%20cd_f10%20einwinterung.pdf