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Varroabehandlung

Die Varroabehandlung ist seit der Einschleppung der Varroamilbe zu einer der wichtigsten Aufgaben in der Imkerei geworden. Nur durch gezielte Eingriffe in das Volk, kann Varroalast abzielt gemindert und die Gesundheit des Bienenvolks gewährleistet werden. Dem Imker stehen dafür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die er kombiniert, über das gesamte Jahr anwenden muss. Wer nichts gegen die Varroamilbe macht, verliert seine Völker innerhalb eines Jahres an die Milbe.

Varroabelastung über das Jahr

Wer die Varroabehandlung erfolgreich durchführen möchte, muss zunächst verstehen wie die Varroamilbe lebt und sich vermehrt. Erst dann kann man erkennen wann welche Behandlungsmethode sinnvoll und vor allem wirksam ist. In diesem Beitrag habe ich beschrieben, wie sich die Milbe in der Brut der Honigbiene vermehrt. Die Art wie sich die Varroamilbe fortpflanzt bedingt, dass die Varrolast gemeinsam mit der Brut zu- und abnimmt. Je mehr Brut im Volk desto größer die Brutmöglichkeiten der Milbe, desto mehr Varroamilben im Volk.

Grafik verbildlicht die Entwicklung der Varroalast über das Jahr hinweg. Die Varroapopulation beginnt mit leichter Verzögerung entsprechend der Größe der Brutfläche zu wachsen und erreicht Mitte August ihr Maximum. Nun könnte man richtigerweise schlussfolgern, wenn man die Varromilbe frühzeitig behandelt, kann man das Maximum der Belastung dämpfen und tut den Bienen damit Gutes. Macht man auch, allerdings nicht mit den Medikamenten die im Spätsommer eingesetzt werden, denn diese hinterlassen Rückstände in Honig, Propolis und Pollen. Werden die Medikamente wie Ameisen- und Oxalsäure doch verwendet, dürfen die Produkte nicht in Umlauf gebracht werden! Damit der Imker nun Honig ernten und dennoch die Entwicklung der Varroamilbe dämpfen kann stehen Ihm folgende Methoden zur Varroabehandlung zur Verfügung.

Ablegerbildung

  • Bei der Ablegerbildung entnimmt man den Wirtschaftsvölkern Brutwaben, um damit neue Völker zusammen zustellen.
  • Bei der Ablegerbildung entnimmt man den Völkern sowohl verdeckelte als auch frische Brut.
  • Zusammen mit der verdeckelten Brut werden auch Varromilben aus dem Wirtschaftsvolk entnommen
  • In der brutfreien Phase des Ablegers sitzen alle Milben des Volks auf den Bienen
  • Durch eine Milchsäurebehandlung am Ableger können nahezu alle Milben aus dem Ableger entfernt werden, sodass der Ableger nahezu Varroafrei ins Leben startet. Gleichzeitig konnte man die Varroalast im Wirtschaftsvolk durch die Brutentnahme reduzieren
  • Je Volk können ohne weiteres zwei bis drei Ableger pro Jahr gebildet werden

Drohnenbrut schneiden

  • In dem Beitrag über die Varroa ist zu lesen, dass sich die Milbe in der Drohnenbrut besser als in der Brut von Arbeiterbienen
  • Drohnenbrut ist in erster Linie nicht für das Überleben des Volkes notwendig
  • Durch das Einlöten und das nicht Einlöten von Mittelwänden kann der Imker steuern auf welchen Rahmen sich Arbeiter- und Drohnenbrut entwickelt
  • Zwei freie Rahmen in einem Volk werden von Bienen so ausgebaut, dass sich auf diesen fast ausschließlich Drohnenbrut entwickelt
  • Die Drohnenbrut kann nach dem Verdeckeln ausgeschlagen werden (gutes Hühnerfutter)
  • Durch das Ausschlagen werden die Milben in den Waben aus dem Volk entfernt und die Verbreitung der Milbe im Volk wird gehemmt.
    Die Milben vermehren sich natürlich trotzdem in der normalen Arbeiterinnenbrut. Deshalb muss der Imker nach dem Schleudern mit anderen Mitteln behandeln. Das wahrscheinlich am weitesten verbreitet Mittel dafür ist die Ameisensäure.

Ameisensäurebehandlung

Bei dieser Behandlungsmethode wird Ameisensäure im Bienenstock verdunstet, um so die Milben auf den Bienen und in der Brut abzutöten. Diese Behandlung birgt bei falscher Durchführung Risiken. Ist es zu warm verdunstet die Säure zu schnell, sodass die Konzentration der Säure in der Luft zu hoch ist. Dadurch werden auch Bienen und Bienenlarven getötet. Ist es zu kühl wirkt die Behandlung nicht richtig, weil die Konzentration der Säure in der Luft zu gering ist. Das bedeutet für die Imker, dass er nach der Honigernte den regionalen Wetterbericht im Auge behalten sollte, um den richtigen Zeitpunkt für die Ameisensäurebehandlung abzupassen. Die Durchführung der Behandlung wird in diesem Beitrag näher beschrieben.

Oxalsäurebehandlung

Die Ameisensäurebehandlung ist sehr effektiv, weil sie sowohl Milben in den Brutzellen als auch auf den Bienen abtötet. Nichtsdestotrotz kann die Behandlung nicht alle Milben in den Brutzellen abtöten. Deshalb setzt der Imker drei bis vier Wochen nach dem ersten Frost zur Restentmilbung an. Warum drei bis vier Wochen nach dem ersten Frost? Eine frostige Nacht ist für die Bienen ein Indikator dafür aus der Brut zu gehen, weil der Winter naht. Nach 3 bis 4 Wochen ist dann auch die letzte Biene geschlüpft und alle Bienen des Volkes befinden sich in der Wintertraube. Das heißt auch, dass sich alle Varromilben des Volks außerhalb der Brutzellen auf den Bienen befinden. Die Oxalsäurebehandlung benötigt wie die Milchsäurebehandlung auch, genau diesen Zustand.
Bei der Oxalsäurebehandlung wird eine Wasser-Zucker-Säure Lösung tröpfchenweise auf den Bienen verteilt. Die Bienen verteilen die Lösung dann durch ihren Putztrieb in der gesamten Wintertraube, sodass alle Bienen und alle Milben in Kontakt mit der Lösung kommen wodurch die Milben dann absterben. Welche Wetterbedingungen zu beachten sind und wie die Lösung hergestellt wird, könnt ihr hier genauer nachlesen.

Zeitplan – Varroabehandlung

Quellen

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Oxalsäurebehandlung

Die Oxalsäurebehandlung wird auch als Restentmilbung bezeichnet, weil sie am Ende des Jahres die Milben abtöten soll, die die letzte Ameisensäurebehandlung überstanden haben. Dafür wird eine Säure-Zucker Lösung direkt in das Bienenvolk geträufelt. Durch den natürlichen Putztrieb verteilen die Bienen die Lösung und die Milben, die noch auf den Bienen sitzen, werden abgetötet.

Zeitpunkt der Oxalsäurebehandlung.

Die Oxalsäurebehandlung wirkt bei Kontakt für die Milbe giftig. Daher kann sie nur gegen Milben wirken, die auf den Bienen sitzen. Milben, die sich in verdeckelter Brut befinden überstehen die Behandlung schadlos, weil sie nicht in Kontakt mit der Lösung kommen. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Oxalsäurebehandlung ist daher ein brutfreies Volk. Die Völker gehen mit den ersten frostigen Nächten aus der Brut, weil diese für das Volk ein Indikator für den anrückenden Winter sind. Das heißt drei bis vier Wochen nach der ersten frostigen Nacht befindet sich keine Brut mehr im Bienenvolk. Alle Bienen des Volkes sind geschlüpft, das bedeutet auch, dass alle Milben des Volkes sich auf den Bienen befinden und nicht mehr in den Brutzellen. Natürlich kann man bis Weihnachten warten, um sicher zu sein, dass das Volk wirklich brutfrei ist. Je länger man aber wartet, desto länger haben die Milben Zeit von der Kraft der Bienen zu zehren und diese zu schwächen. Deshalb gilt es das Wetter im Auge zu behalten und drei bis vier Wochen nach der ersten frostigen Nacht behandeln. Die Wer sich nicht sicher ist ob das Volk tatsächlich brutfrei ist kann bei Bedarf stichprobenartig Rähmchen ziehen und kontrollieren. Diese Kontrolle sollte aber nur bei echter Unklarheit und nicht aufgrund von Neugierde geschehen, denn Sie zerstört das in den kalten Tage wichtige Klima im Volk und kann ihm zusetzen.

Wasser-Zucker-Säure Lösung herstellen

Die Lösung, die in die Völker geträufelt wird, kann gekauft oder selbst hergestellt werden. Wer die Lösung kaufen möchte ruft mich an und darf mir seine überschüssigen Euro gern aushändigen. Spaß! Oxalsäure gibt’s als Granulat für 10€/kg. Ein Liter Lösung kostet im Netz um die 9€. Mit einem Kilo Granulat kann man aber wohl ein paar Jahre hinkommen. Keine Ahnung wie die Preise für die Lösung gerechtfertigt werden! Wer es selber machen möchte kann der folgenden Anleitung folgen. Während der Herstellung sollte aber unbedingt auf Arbeitsschutz (also Schutzbrille, Gummihandschuhe und lange Kleidung) und die korrekte Dosierung geachtet werden!

Damit sich das Ganze besser auflöst kann das Wasser leicht erwärmt werden. Fertig! Nochmal, achte auf Arbeitssicherheit und das korrekte Mischungsverhältnis! Für die Oxalsäurebehandlung brauchen wir eine 3,5%ige Oxalsäurelösung. Einen Liter davon bekommst du indem die folgende Komponenten mischst.

  • 630ml destilliertes Wasser
  • 630g Puderzucker
  • 35g Oxalsäuregranulat

Wetterbedingen am Behandlungstag

Damit die Behandlung erfolgreich sein kann müssen die Bienen eng beieinander in der Wintertraube sitzen. Nur bei eng beieinander sitzenden Bienen kann sich die Lösung über den Putztrieb gut im Volk verteilen. Bei der Behandlung sollte die Temperatur daher zwischen +5 Grad und -5 Grad liegen.

Behandlungsbeschreibung

Die Lösung wird tröpfchenweise mit Hilfe einer Spritze oder ähnlichen Dosierhilfen ins Volk eingebracht. In Summe wird dafür, je nach Stärke des Volks 30 – 50ml der Lösung verwendet. Also ca. 7,5ml je besetzter Wabengasse. Auch bei der Behandlung gilt wie bei der Herstellung der Lösung – Arbeitsschutz beachten und Hautkontakt mit der Lösung vermeiden!

Quellen

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Varroamilbe – ein Risiko für die Imkerei

Die Varroamilbe lebt als Parasit an der Honigbiene. Sie lebt ausschließlich parasitisch und kommt nicht frei lebend, sondern ausschließlich im Inneren von Bienenstöcken und auf Bienen vor. Die Milben entwickeln sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Nach dem Schlupf verlassen nur die weiblichen Milben die Brutzelle, die männlichen Milben sterben in der Brutzelle. Für gewöhnlich sitzen sie auf dem Hinterleib erwachsener Bienen wo sie sich von deren Körpersäften ernähren. Die Übertragung der Milben auf andere Bienenvölker ist nur über direkten Körperkontakt bspw. bei der Räuberei zwischen den Völkern möglich.

Vermehrung

Für die Vermehrung ist die Varroa an die Brutwaben des Bienenstocks gebunden. Die weibliche Milbe dringt kurz vor dem Verdeckeln der Brutwabe in diese ein und wandert zwischen Wabenwand und Bienenlarve bis zum Boden der Wabe. Dort ernährt sie sich anfangs von den restlichen Futtervorräten, bevor sie beginnt, an der Bienenlarve zu saugen. Etwa zwei Tage nach dem Verdeckeln der Brutwabe legt die Milbe ein unbefruchtetes Ei, aus dem sich eine männliche Milbe entwickelt. Die folgenden Eier werden von der männlichen Milbe befruchtet und entwickeln sich zu Weibchen. Eine Muttermilbe legt in der Brut von Arbeiterinnen fünf Eier und in der Brut von Drohnen sechs Eier ab. Wie ihr diesem Beitrag entnehmen könnt dauert die Brutzeit der Drohnen etwas länger als die der Arbeiterinnen, wodurch die Muttermilbe ein Ei mehr ablegen kann.

Verbreitung der Varroamilbe

Die Varroamilbe stammt ursprünglich aus Ostasien. Dort hat sie die östliche Honigbiene als Wirt genutzt. Diese ursprüngliche Varroamilbe hat sich ausschließlich in der Drohnenbrut des Volkes vermehrt. Die Auswirkungen des Befalls waren daher nicht so verheerend wie heute. Die Milbe hat sich durch den Handel mit Bienen und das Wandern der Imker über die ganze Welt verteilt. Allein in Australien und der Antarktis findet man keine Varroamilben.
Warum ist die Varroamilbe für den Erhalt eines Bienenvolks gefährlich?
Die Milbe schwächt ein Bienenvolk auf mehreren Wegen. Durch das Aussaugen der Bienenlarven während der Brutzeit schlüpfen die Bienen geschwächt und haben eine kürzere Lebenserwartung. Zusätzlich überträgt die Varroamilbe, ähnlich wie Zecken, Viren. Die Viren brechen bei den geschwächten Bienen eher aus als bei gesunden Bienen. Die Varroamilbe trägt dadurch dazu bei, die Größe des Bienenvolks zu reduzieren. Geschwächte Völker überstehen dann meist nicht den Winter.

Quellen

  • https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf
  • https://beenature-project.com/
  • http://www.vbio.ruhr-uni-bochum.de/downloads/beinert.pdf
  • https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12944433/Hauptursache-fuer-das-grosse-Bienensterben-gefunden.html
  • https://www.apidologie.org/articles/apido/pdf/1992/02/Apidologie_0044-8435_1992_23_2_ART0010.pdf
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Leipzig – HonigKuss zieht um!

Freunde! Wir melden uns zurück! Der Abschluss ist im Kasten und der Honig im Glas! Nun ruft die Heimat und die Bienen ziehen mit! Im kommenden Jahr fliegen die Bienen in Leipzig, besser gesagt bei Borna die Blüten an. Unseren Qualitätsmerkmalen bleiben wir treu und setzen weiterhin auf ökologische Materialien in der Imkerei und bei unseren Produkten. Für das kommende Jahr haben wir uns viel vorgenommen!

Wie geht’s weiter in Leipzig?

Die Bienen sind in das Damwildgehege der Familie gezogen und dort soll es im nächsten Jahr voran gehen! Wir wollen im kommenden Jahr auf 30 Völker aufstocken. Das heißt im Winter werden Kreissäge und Akkuschrauber heiß laufen. Um das Gehege herum wollen wir Blühstreifen anlegen und am Tor wollen wir ein kleines Regal zur Selbstbedienung aufstellen. Dann könnt ihr zur Not auch Nachts um 03.00 Uhr euren Honighunger stillen. Außerdem wollen wir für euch neue Produkte an den Start bringen. Also bleibt gespannt, wir halten euch auf dem Laufenden!

Abseits der Imkerei

Mal abgesehen von den Bienen wollen wir lernen was es in der Damwildzucht zu lernen gibt, die Streuobstwiese im Gelände wieder auf Vordermann bringen und zusammen mit euch Feiern. Ende August planen wir die Saison zusammen mit euch bei einem kleinen Honigfest abzuschließen.

Bleibt fleißig & Bis Bald!

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Bienen mieten, Ihre Betriebsbienen!

Sie haben da mal etwas vom Bienensterben gehört und wollen aktiv werden, wissen aber nicht wie? Wir möchten Ihnen gern die Möglichkeit geben, noch dieses Jahr unsere Umwelt zu unterstützen! Bei uns können Sie ihre eigenen Bienen mieten! Ihre Betriebsbienen! Hilft der Umwelt und begeistert sowohl Kunden als auch Mitarbeiter!

Bienen mieten

…und so gehts! Wir stellen die Bienen bei Ihnen auf und übernehmen die Pflege der Völker, sodass Sie sich ausschließlich am Flugbetrieb der Bienen und dem Honig erfreuen können. Außerdem haben Sie die Möglichkeit Ihrer Belegschaft und Ihren Kunden im Rahmen von einem (mehr ist natürlich auch möglich) ausgewählten Termin, bei einem kleinen Fachvortrag, einen Blick in die Völker zu verschaffen. Am Ende vom Jahr wird dann geerntet! Von der Ernte bekommen Sie mindestens 20kg in Gläsern und mit Etiketten ihrer Wahl. Also das perfekte Geschenk für Mitarbeiter und Kunden.

Kurz:

  • Sie tun etwas Gutes für die Umwelt
  • Wir kümmern uns vollumfänglich um das Bienenvolk
  • Wir zeigen Ihnen, Ihrer Belegschaft und Ihren Kunden im Rahmen eines Vortrags am Bienenvolk dessen Inneres und erklären was im Volk vor sich geht
  • Sie bekommen mindestens 20kg Honig in Gläsern Ihrer Wahl mit Etiketten Ihrer Wahl

Und so erreichen Sie uns

Bei Interesse können Sie uns gern unter kontakt@honig-kuss.de oder unter 0173 370 75 06 erreichen. Wir suchen dann zusammen mit Ihnen einen geeigneten Standort auf ihrem Gelände und klären alles weitere im Gespräch! Werden Sie aktiv! Ihre Betriebsbienen freuen Sie auf Sie!

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Das Leben der Biene

Eine komplexe Sache so ein Bienenvolk. Wie eine große Familie, nur viel erbarmungsloser. Jedes Individuum im Volk zieh an einem Strang, denn jeder hat dasselbe Ziel – so viel Honig wie möglich produzieren, um zu überleben! Jede Biene übernimmt dafür im Laufe ihres Lebens verschiedene Aufgaben, die von der Brutpflege über den Stockbau bis zur Suche nach Nektar reichen. Die Männer im Volk und die Königin, übernehmen dabei nur eine Aufgabe, sie widmen ihr Leben der Fortpflanzung. Die Drohnen, wie man die männlichen Bienen nennt, befruchten die Königin beim Hochzeitsflug und sterben danach. Dabei nimmt die Königin Spermien von ca. 12 Drohnen auf, beginnt danach mit der Eiablage und wird nach drei bis fünf Jahren, bei schwindender Legeleistung von den eigenen Kindern ausgetauscht.

Vom Ei zur Biene

Die Königin legt nur eine Art Ei ab und trotzdem entwickeln sich unterschiedliche Bienen daraus, denn einzig und allein die Art des Futters bestimmt, wie sich eine Made entwickelt. Arbeiterinnen entstehen aus befruchteten Eiern und bekommen in den ersten drei Tagen Futtersaft aus den Drüsen der Bienen, danach gibt’s nur noch Pollen und Honig. Nach 16 Tagen schlüpft dann eine Arbeiterin aus der Wabe und beginnt mit der Versorgung anderer Maden ihr Leben bis Sie im Sommer nach ca. fünf Wochen wieder stirbt. Bis zu 60.000 fleißige Arbeiterinnen kümmern sich um die Aufgaben im Volk.

Besteht die Notwendigkeit eine neue Königin heranzuziehen werden die Waben vergrößert und die Maden werden, bis zur Verpuppung der Made, mit dem Futtersaft der Bienen gefüttert. Durch das besondere Futter bilden sich die Geschlechtsorgane vollständig aus und nach 21 Tagen schlüpft eine neue Königin. Das Volk setzt bei der Aufzucht einer neuen Königin nicht nur auf ein Pferd und zieht mehrere Königinnen gleichzeitig auf. Die erste die schlüpft, tötet dann alle anderen Königinnen in ihren Waben.

Von Mai bis August ziehen die Völker Drohen aus unbefruchteten Eiern auf. Einige hundert bis tausend Drohnen befinden über den Sommer im Volk, bis sie Ende August aus dem Stock getrieben werden und verhungern. Ein Drohn beteiligt sich nämlich nicht an der Futtersuche oder anderen Aufgaben und würde im Winter kostbares Futter verbrauchen, ohne einen Nutzen zu stiften. Über den Sommer sammeln sich die Drohnen verschiedener Völker an bestimmten Sammelplätzen und warten auf vorbeifliegende Königinnen, die Sie dann im Flug versuchen zu begatten.


Der Lebenszyklus der Arbeiterinnen

Das Leben der Arbeiterinnen im Volk ist durch einen festgelegten Zyklus bestimmt, währenddessen die Aufgaben der Bienen immer gefährlicher werden. Die Bienen beginnen ihr Leben damit zwei Wochen lang die Brut zu versorgen und zu pflegen. Danach gehen sie dazu über den Stock auszubauen und den gesammelten Honig zu verdauen und zu trocknen. Nach einer Woche ist damit dann Schluss und Bienen verlassen den Stock um Nektar zu sammeln. Zu Beginn dieser letzten Lebensphase, sammeln die Bienen den Nektar den die Sucher gefunden haben. Mit Hilfe der Sonne und eines Tanzes, teilen die Sucher den Bienen mit, wo genau sich die gefundene Nektarquelle befindet. In den letzten Tagen ihres Lebens gehen die Bienen dann dazu über, selbst nach Nektar zu suchen. In Abhängigkeit der Trachtverhältnisse gibt es mal mehr und mal weniger Flugbienen in Aktion. In Zeiten in denen es nur wenig Nahrungsquellen gibt, verbleiben beispielsweise einige Flugbienen im Stock, wehren Feinde ab (manchmal auch den Imker), regulieren das Stockklima oder helfen bei anderen Aufgaben.


Die Arbeiterinnen die kurz vor dem Winter schlüpfen überleben den ganzen Winter und ziehen dann im Frühling die ersten Generation des neuen Jahres groß. Dabei übernehmen sie andere Aufgaben als die Bienen im Sommer, denn im Winter gibt es weder Nektar zu sammeln noch Brut zu pflegen. Über den Winter hinweg besteht die einzige Aufgabe darin den Stock zu heizen um nicht zu erfrieren. Dafür vibriert ein Teil der Bienen mit der Flügelmuskulatur, während sich der andere Teil ausruht und für die nächste Schicht stärkt. Die Bienen erreichen dabei um die 30°C in ihrer Mitte und wärmen sich selbst und den Honig an.

Quellen

  • http://www.digitalefolien.de/biologie/tiere/insekt/biene/entw.html
  • http://www.bee-careful.com/de/initiative/der-hochzeitsflug-der-bienenkoenigin/
  • http://www.imkerverein-buechertal.de/Biologie_Bienenvolk.php

Bildquellen

  • http://www.bee-careful.com/de/bienenleben/honigbiene/
  • http://www.hinterhofhonig.de/
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Ableger bilden und Bienen vermehren

Die Vermehrung der Völker ist eine der zentralen Aufgaben der Imker. Durch Ableger können Verluste kompensiert und das Schwärmen der Völker verhindert werden. Davon abgesehen, bietet die Bildung von Ablegern die Möglichkeit effektiv gegen die Varroa vorzugehen. Auf Grund der gegebenen Relevanz des Themas, haben sich viele schlaue Köpfe mit der Bildung von Ablegern beschäftigt und verschiedene Methoden dafür entwickelt. Alle Methoden zielen darauf ab, die Brut und Bienenmasse der Bestandsvölker umzuverteilen.

Das Risiko bei der Vermehrung besteht darin, den Honigertrag des Bestandvolkes zu reduzieren oder den Ableger zu verlieren. Logisch, entnimmt man zu viel Brut und Bienen wird die Entwicklung des Bestandvolkes gedämpft, entnimmt man zu wenig, schafft es der Ableger vielleicht nicht. Bei ausreichend Futter stellt der zweite Punkt allerdings das kleinere Risiko dar. Meiner Meinung nach empfehlen sich daher Verfahren, die kleine aber dafür wiederholte Eingriffe in die Wirtschaftsvölker vorsehen. Im folgenden Text beschreibe ich daher zwei gängigen Verfahren der Ablegerbildung.

Grundlegend sollte man den Zeitpunkt der Ablegerbildung den eigenen Zielen unterordnen. Möchte man die Frühtracht mitnehmen, macht es Sinn nach dem ersten Abschleudern zwischen Mitte Mai und Mitte Juni die Ableger zu bilden. Zielt man eher auf die Spättracht ab, kann man zwischen Mitte April und Anfang Mai mit der Ablegerbildung starten.

Sammelbrutableger

Für einen Sammelbrutableger sollte man mindestens 4 Völker haben, aus denen man die Rahmen für den Ableger entnehmen kann. Die Methode des Sammelbrutablegers wird vor allem für die Königinnenzucht genutzt. Möchte man sich nicht mit der Königinenzucht beschäftigen, empfiehlt sich eher ein einfacher Ableger. Das Argument mit Sammelbrutablegern stärkere Völker als mit einfachen Ablegern zu schaffen scheint seit der Untersuchung von Dr. Pia Aumeier obsolet.
Brutableger werden gebildet, indem Bestandsvölkern Brutwaben mit ansitzenden Bienen, Stiften und verdeckelter Brut entnommen und zusammen mit zwei Futterwaben und einer „Wasserwabe“ in eine neue Zarge gesetzt werden. In den nächsten drei Wochen schlüpft die, zum Zeitpunkt der Ablegerbildung verdeckelte Brut und das Volk zieht sich aus den frischen Stiften eine neue Königin. Für die Königinnenzucht folgen dann noch ein paar weitere Schritte. Aber eins nach dem anderen!

Tag X

Aus Vier Wirtschaftsvölkern werden jeweils 1-2 Brutwaben mit ansitzenden Bienen entnommen. Die Brutwaben sollten zum Großteil aus verdeckelter Brut bestehen. Frische Stifte müssen unbedingt vorhanden sein und die Königin muss im Wirtschaftsvolk verbleiben! Zusammen mit 2 Futterwaben links und rechts und einer „Wasserwabe“ entsteht der Sammelbrutableger. Was meine ich mit „Wasserwabe“? Der Ableger hat kaum Flugbienen, verstellt man den Ableger nicht aus dem vorherigen Flugradius, hat der Ableger für einen kurzen Zeitraum keine Flugbienen die Flüssigkeit und neues Futter heranschaffen. Um dem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, kann man eine ausgebaute Wabe in Wasser tauchen und dann ins Volk hängen.
Sollte kein Interesse an der Königinnenzucht bestehen ist man an der Stelle am Ende. Die Brut schlüpft nach und nach und das Volk zieht eine neue Königin heran. In den kommenden zwei bis drei Wochen sollte die Futtersituation überwacht werden. Hat man das Volk nicht verstellt macht es Sinn eine Futterzarge aufzusetzen. Nach 3 Wochen sollte die Königin in Eiablage sein.
Möchte man Königinnenzucht betreiben, sollte man sich an einen genauen Zeitplan halten.

Tag X+9

Neun Tage nachdem der Ableger zusammengestellt wurde, müssen alle Nachschaffungszellen aus den Waben gebrochen werden. Um Platz für den belarvten Zuchtrahmen zu schaffen entnehmen wir eine möglichst leere Brutewabe und setzen den Zuchtrahmen mittig ein. Die Bienen nehmen diesen an und versorgen die Zellen fortan, sodass neue Königinnen heranwachsen können.

Tag X+19

19 Tage nachdem der Ableger gebildet wurde, werden die einzelnen Königinnenzellen auf dem Brutrahmen verschult. Das bedeutet man schützt diese Zellen indem man sie in einen Käfig platziert. Die Königinnen werden so davon abgehalten sich gegenseitig zu töten.

Tag X+21

21 Tage nach der Ablegerbildung wird der Ableger in Begattungsvölker aufgeteilt. Die Begattungsvölker bekommen jeweils eine Brutwabe mit ansitzenden Bienen aus dem Ableger, eine Futterwabe und einen Rahmen mit Mittelwand. Bei dieser Umverteilung kann man gleichzeitig eine Milchsäurebehandlung durchführen. Die Völker sollten dann außerhalb des Flugradius aufgestellt werden. Das Flugloch sollte auf eine Bienenbreite eingeengt werden

Einfacher Ableger

Einfache Ableger können ab Ende April bis Mitte Juni gebildet werden. Je später es wird desto schwächer geht das Volk dann allerdings in den Winter.
Die Bildung eines einfachen Ablegers ähnelt dem letzten Schritt, den man bei einem Sammelbrutableger mit anschließender Königinnenzucht durchführt. Man entnimmt einem Volk eine (Dadant-)Brutwabe (oder mind. zwei DNM Brutwaben) mit verdeckelter und frischer Brut und eine Futterwabe, jeweils mit ansitzenden Bienen. Dazwischen hängt man eine Mittelwand. Das Volk sollte an einem anderen Standort, außerhalb des Flugradius, aufgestellt und das Flugloch auf eine Bienenbreite verengt werden. Hat man keinen zweiten Standort reicht es auch aus etwas mehr Bienen in den Ableger zu kehren und Zuckerlösung anzubieten, damit der anfängliche Mangel an Flugbienen kompensiert werden kann.
Das Volk zieht sich innerhalb der nächsten 21 Tage eine eigene Königin nach. In der Zwischenzeit kann man weiter Futter anbieten. 14 Tage nach der Bildung des Ablegers kann die Milchsäurebehandlung durchgeführt werden. Sonst ist nichts zu tun. Nach Tag 21 sollte kontrolliert werden ob sich die Königin im Volk in Eiablage befindet.

Quellen

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Wie überwintern Bienen?

Unsere Europäische Honigbiene ist die einzige Bienenart in Europa, die als Volk überwintert. Die Völker anderer Bienenarten und Wespen brechen zusammen und entwickeln sich im Frühjahr neu. Nur weil unsere Honigbiene als Volk überwintert, sind wir überhaupt in der Lage Honig, den Wintervorrat der Bienen zu ernten. Würde die Honigbiene nicht als Volk überwintern, würde keine Notwendigkeit bestehen Wintervorräte anzulegen und es gebe keinen Honig.

Aber was machen die Bienen im Winter? Bienen schlafen nicht, wie man vielleicht vermuten mag. Auch wenn man sie nicht sieht, leisten Bienen im Winter Schwerstarbeit. Damit niemand im Stock erfrieren muss, vibrieren die Bienen mit ihrer Flügelmuskulatur und heizen so den Stock. Schwerstarbeit bei der viele Bienen sterben. Um als Volk über den Winter zu kommen und nicht zu viele Arbeiterinnen zu verlieren, rückt das ganze Volk zusammen und bildet die sogenannte Wintertraube. Ein Ball aus Bienen in dessen Mitte es bis zu 30°C warm werden kann. So wandert das Volk von einer Wabe zu nächsten und wandelt den eingelagerten Honig in Wärme um, bis der Frühling klopft und der erste Brutzyklus eingeleitet werden kann.

Eingriffe des Imkers

Im Winter lässt der Imker meist die Hände von den Völkern, um das sensible Klima im Volk nicht unnötig zu belasten. Einzig und allein bei einer Varroa-Behandlung müssen die Völker für kurze Zeit geöffnet werden. Damit dem Imker nicht zu langweilig wird, kontrolliert er ab und das Gewicht der Beuten, um den Futterverbrauch festzustellen und gegebenenfalls eine Notfütterung einzuleiten.

Quellen

https://www.die-honigmacher.de/kurs1/seite_42301.html
http://kinder.wochenblatt.com/wissen/natur/wie-ueberwintern-honigbienen/

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Unsere Bienenpatenschaft

Mit der Bienenpatschaft hast du die Möglichkeit einmal selbst in ein Bienenvolk zu schauen und deinen eigenen Honig zu schleudern! Zusätzlich kannst du dir im Spätsommer des Patenschaftsjahres Produkte im Wert von 15€ aus unserem Shop aussuchen.

Wie läuft das jetzt genau ab?

Der grobe Ablauf

Wenn du den Bestellprozess durchlaufen hast melden wir uns innerhalb weniger Tage bei dir, um deinen Besichtungstermin bei den Bienen abzustimmen ( an Wochenenden zwischen April und August ca. 2h ).
Den Honig ernten wir dann Mitte Juli zusammen. Dieser Termin ist allerdings nicht variabel, weil wir nur einmal im Jahr schleudern. Wir teilen euch aber spätestens einen Monat vorher mit wann der Termin stattfindet. Gern könnt ihr an diesem Tag euren gleich selbst abfüllen und mit nach Hause nehmen.

Wichtig ist, dass Ihr mit der Bienenpatenschaft kein Abonnement oder dergleichen abschließt. Viel mehr übernehmt ihr eine Bienenpatenschaft für ein Jahr und nach Ablauf dieses Jahres fragen wir euch, ob Ihr für ein weiteres Jahr eine Bienenpatenschaft übernehmen wollt. Ihr müsst also auf keine Fristen achten und nichts kündigen.

Hier kannst du eine Patenschaft übernehmen.

Dein Besuch beim Imker

Der Tag ist da, der Termin bei den Bienen steht an! Das ganze findet im Südraum von Leipzig, bei Borna statt. Das Gelände ist mit dem ÖPNV erreichbar aber wie das so ist auf dem Dorf. Es dauert ein wenig. Besser ist wenn ihr mit dem Auto kommt. Die genaue Adresse teilen wir euch dann im Rahmen der Terminfindung mit. So oder so müssen wir uns vorher kurzschließen!

Am Bienenstand öffnen wir dann zusammen ein Volk, wir erklären euch was bei den Bienen los ist und zum Abschluss löffeln wir noch etwas Honig aus der Wabe. Wenn ihr danach noch nicht genug habt, könnt ihr nach vorheriger Abstimmung Kaffee und Kuchen bekommen und dann in unserem Wildgehege (die Bienen stehen in einem Damwildgehege) picknicken.

Honigernte

Die Bienen waren fleißig, der Sommer neigt sich dem Ende und die Honigernte steht an. Je nach dem wie viel Lust ihr habt könnt ihr uns bei der kompletten Ernte begleiten oder ihr schaut einfach kurz vorbei und schaut euch an wie man Honig entdeckelt und ausschleudert. Wenn Ihr möchtet könnt Ihr bei diesem Termin euren Honig selbst abfüllen.

Das wars mit der Bienenpatenschaft

Das Jahr ist vorbei, die Bienen fliegen die letzten Blüten an und bilden bald die Wintertraube, um den Winter unbeschadet überstehen zu können. Deine Patenschaft endet an dieser Stelle. Wir werden dich allerdings zu Beginn des neuen Jahres fragen, ob du wieder Lust hast eine Patenschaft zu übernehmen. Möchtest du uns ein weiteres Jahr begleiten und unseren Honig weiter genießen, wärst du am Zug eine neue Patenschaft über den Shop zu erwerben.

Wir freuen uns auf dich! Bis bald!